3 Tipps für effektive Gedankenhygiene

3 Tipps für effektive Gedankenhygiene

Achte auf deine Gedanken – du hörst dir immer zu! In diesem Artikel schreibe ich darüber, warum es so wichtig ist, auf seine Gedanken zu achten und bewusste Gedankenhygiene zu betreiben.

Wie viel denken wir eigentlich?

Quantenphysiker und andere Wissenschaftler haben bewiesen, dass jeder Mensch täglich etwa 60.000 Gedanken hat. 98% dieser Gedanken sind Wiederholungen von Dingen, die wir gehört, erlebt und erlernt haben. 2% sind neue Gedanken. Umso bewusster wir mit unseren Gedanken umgehen, desto bewusster können wir entscheiden, was wir denken und aus Gedankenschleifen aussteigen. Wenn wir unseren Gedanken aufmerksam lauschen, können wir herausfinden, warum wir diese Gedanken haben, woher sie kommen und uns darauf aufbauend für neue Gedanken entscheiden.

Woher unsere Gedanken kommen

Unsere Gedanken setzen sich aus dem zusammen, was wir seit unserer Geburt hören, was andere Menschen von sich geben, was wiederholt wird, was uns von Medien gezeigt wird, was wir in der Schule gelernt haben zu denken und vielfach davon, was unser Umfeld denkt.

Viele dieser Gedanken sind uns nicht immer bewusst, sondern rauschen automatisch durch unser Gehirn.

„Ich bin zu dick.“

„So ein Idiot.“

„Das ist gefährlich.“

Wahrscheinlich hast du dich mindestens einmal dabei ertappt, als du dich abgewertet hast – ich bin zu dick; ach wie dumm bin ich; ich kann das nicht.

Vielleicht hast du jemanden schon einmal automatisch nach einer einmaligen Begegnung bewertet – natürlich redet die solchen Blödsinn, die ist ja blond; Männer lügen sowieso nur, etc.

Meist kommen diese Gedanken plötzlich wie aus dem Nichts und wir nehmen uns nicht die Zeit, diese Gedanken zu hinterfragen, sondern gehen zum nächsten Gedanken über. Daher bleiben sie in unserem Gedanken Repertoire und kehren immer mal wieder. Unsere Gedanken von Zeit zu Zeit zu hinterfragen und Gedankenhygiene zu betreiben ist daher ein wichtiger

Gedankenhygiene

Ich halte es daher für wichtig regelmäßig Gedankenhygiene zu betreiben. Denn viele dieser Gedanken, die wir haben, sind nicht unsere eigenen, sie wurden von jemandem übernommen. Andere sind veraltet und nicht mehr gültig. Wieder andere fügen uns mehr Schaden zu, als dass sie uns helfen. Du kannst bewusst etwas ändern!

Dafür stelle ich dir 3 Übungen vor, die du regelmäßig machen kannst.

  1. Ist es wahr?

Nehmen wir an, du denkst immer wieder, dass dich niemand liebt. Wenn du diesen Gedanken oft hast, dann wirst du Situationen in Hinblick auf diesen Gedanken bewerten. Rufst du einen Freund an, um dich mit ihm zu treffen, hörst du sein „ich kann heute nicht“ als „ich will mich nicht mit dir treffen“ und denkst dabei vielleicht, dass er absagt, weil er dich nicht mag. Wenn ein häufiger Gedanke ist, dass du hässlich bist, dann wirst du mit Sicherheit viele Stellen an deinem Körper finden, die dir nicht gefallen und dabei all die Stellen, die in deinen Augen schön sind, gar nicht erst beachten, denn die passen nicht zu diesem Gedanken.

Du kannst nun für dich überprüfen: Ist dieser Gedanke wahr?

Dabei bitte möglichst einen Schritt von dir weg machen und die Situation von außen betrachten. Ist es wahr, dass dich niemand liebt? Wenn du einen Schritt von dir weg machst, dann kannst du vielleicht erkennen, dass es sehr wohl Menschen gibt, die dich lieben – deine Mutter, dein bester Freund aus der Studienzeit, deine Freundin, etc. Der Gedanke ist also nicht wahr. Da ist er trotzdem. Du kannst nun entweder dem Auslöser für diesen Gedanken auf den Grund gehen, oder dir vor Augen führen, dass es nicht wahr ist und deine Aufmerksamkeit vom Gedanken weglenken.

Denkst du, dass du hässlich bist, dann mach auch in diesem Fall einen Schritt von diesem Gedanken weg und betrachte dich einmal ganz neutral. Was siehst du, wenn du in den Spiegel blickst? Betrachte dich in allen Einzelheiten und du wirst feststellen, dass es vieles an dir gibt, das schön ist. Einmal ganz plump gesagt: Es geht gar nicht, dass alles an dir hässlich ist. Wie sind deine Finger, wie deine Haut, wie deine Haare, wie deine Wimpern, etc.? Du bist ein großes Ganzes.

  1. Ich habe den Gedanken, dass…

Eine weitere Möglichkeit, deine Gedanken von der Realität zu unterscheiden ist der Satz „Ich habe den Gedanken, dass…“. Wenn der Gedanke „Niemand liebt mich“ kommt, dann forumliere ihn um in „Ich habe den Gedanken, dass mich niemand liebt.“ Wenn du dich im Spiegel betrachtest und der Gedanke „Ich bin hässlich“ kommt, dann verwandle ihn in „Ich habe den Gedanken, dass ich hässlich bin.“ Diese Veränderung macht einen großen Unterschied, denn sie veranschaulicht auf einfache Art und Weise, dass es „nur“ ein Gedanke ist und nicht zwingend Realität.

Russ Harris beschreibt diese Übung in seinem Buch „Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei“.

  1. Tiefer graben und aufdecken

Diese Übung zur Gedankenhygiene kann etwas länger dauern. Nimm dir daher etwas Zeit, einen Stift und Papier. Vielleicht hast du ein aktuelles Thema oder ein allgemeines Thema, dem du auf den Grund gehen möchtest.

Ich bleibe bei den genannten Beispielen.

 

„Niemand liebt mich“

Schreibe alle auf, was du über diese Thema denkst.

Ich habe wenige Freunde. Ich habe zu meiner ehemaligen besten Freundin keinen Kontakt mehr. In der Schule war ich immer eine Außenseiterin. Ich verbringe gerne Zeit mit Menschen, aber habe niemanden, mit dem ich sie verbringen könnte. Ich muss immer alles alleine machen.

„Ich bin hässlich“

Meine Oberschenkel sind zu dick, mein Bauch ist größer als meine Brüste, meine Füße sehen total komisch aus, meine Ohren stehen zur Seite, mein Gesicht ist ganz okay, aber auch nicht richtig schön.

 

Schreibe wirklich alles auf, was du dir zum gewählten Thema immer wieder denkst. Wenn alles niedergeschrieben ist, dann lies dir die Liste durch und spüre dich hinein:

  • fühlt sich dieser Gedanke für mich (noch) stimmig an?

Vielleicht war er einmal wahr, dein Empfinden/deine Ideale haben sich mittlerweile aber verändert. Für dich ist es beispielsweise mittlerweile egal, wie jemandes Füße aussehen, du bist dir bewusst geworden, dass innere Werte viel zählen und du liebst wie du bist.

  • Ist dies mein Gedanke?

Denkst du persönlich so, oder hast du diesen Gedanken nur oft genug gehört, sodass du ihn übernommen hast? Fühlst du dich durch diesen Gedanken zu einer Gruppe zugehörig? Denkst du wirklich so?

In der Schulzeit hast du die Erfahrungen gemacht, dass du ausgeschlossen wurdest und dadurch den Gedanken „Niemand liebt mich“ entwickelt. Deine Lebensumstände sind nun jedoch andere und du kannst die jetzige Situation neu bewerten. Die Vergangenheit ist vergangen und du bist seither einen weiten Weg gegangen. Du beschneidest dich all der inneren Entwicklung, wenn du bei einem Gedanken von vor 15 Jahren festhängst.

  • Was sind meine bewussten Gedanken?

Alle Gedanken, die du als veraltet, nicht mehr aktuell, nicht deine aufgedeckt hast, kannst du verabschieden und dir Zeit nehmen, um in dich hineinzuhören und herauszufinden, was du tatsächlich denkst. So kann aus einem „ich bin hässlich“ ein „ich fühle mich wohl in meinem Körper“ oder ein „eine neue Frisur macht einen großen Unterschied“ werden. Wenn der Gedanke, dass dich niemand liebt, als vergangen benannt wird, dann ist der Weg frei, die Realität zu sehen und du stellst vielleicht fest, dass du aus Angst vor Zurückweisung nie auf Menschen zugegangen bist, sondern dich zurückgezogen hast.

Gedanken sind Gedanken. Sie sind zwar aus bestimmten Gründen entstanden, doch sie müssen nicht dein Leben bestimmen. Du selbst kannst Gedankenhygiene betreiben und einmal einen richtigen Frühjahrsputz machen.

 

Vielleicht ist dein Umfeld der Überzeugung, dass das Leben schwer ist und dass wir nur leben, um zu arbeiten. Du kannst dich aber dafür entscheiden anders zu denken. Gedankenhygiene trennt die Gedanken und Einstellungen anderer von deinen. Und mit positiven Gedanken kommen auch positive Emotionen.

Wenn du davon überzeugt bist, dass das Leben dir zugewandt ist, dass das Leben schön ist und du gerne in die Arbeit gehst, so wirst du die schönen Dinge des Lebens und den Spaß in der Arbeit fühlen können.

 

Wenn du dir Unterstützung dabei wünschst, Gedankenmuster, die dich behindern, zu erkennen und auszusortieren, dann vereinbare gerne einen Termin mit mir!

 

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